Anton Werner 13.01.2019
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JA ICH WILL!

„Lange nichts mehr geschrieben!!!“ – schreit mir mein Gehirn unaufhörlich entgegen.

„Naja, ist ja auch viel passiert in den letzten Monaten!!!“ – schleudere ich ihm zurück.

„Gerade deswegen ist es doch notwendig.“ – antwortet es sanft.

Und ja, es hat natürlich Recht.

Sicherlich, es ist viel passiert, es hat sich viel verändert und ich hatte nicht viel Zeit, mich um meine Nadelzauberei, den Blog, Instagram, etc. zu kümmern.

„Keine Zeit“ ist ja manchmal (eigentlich oft)  auch eine Ausrede.

Früher habe ich meinen Patienten immer vorgerechnet, dass genug Zeit ist, um am Tag 10 Minuten ihre Übungen zu machen: 24 Stunden hat der Tag, 8 Stunden schläft man, 8 Stunden arbeitet man (naja, so grob jedenfalls) – bleiben 8 Stunden, in denen man den Haushalt macht, einkauft, isst, seinen Hobbies nachgeht, etc. Da ist doch genug Zeit, um 10 Minuten für seine Übungen „ abzuknapsen“, oder?

Oder, in meinem aktuellen Fall, mich um die Häkelei zu kümmern.

Nun, ich habe im letzten halben Jahr sowas wie eine Schaffenskrise gehabt. Viele Ideen, aber ich konnte mich nicht aufraffen, davon etwas um zu setzen. Auf meine Einhornklorollenhüte hatte ich auch irgendwie keine richtige Lust. Und was macht Frau da? Am besten gar nichts, so wie ich 😉

Naja, so ganz „gar nichts“ hab ich auch nicht gemacht.

Ich war letzten Sommer ein paar Tage im Bayerischen Wald, ein paar Tage in London und ich habe im Oktober meine Arbeitsstelle gewechselt. Das war schon ziemlich aufregend (zumindest die neue Stelle, den Bayerwald und London kenne ich ja schon ziemlich gut 🙂 ) und ich musste mich da auch erst mal rein finden, z.B. mich an die neuen Arbeitszeiten, die wechselnden Dienste, gewöhnen. Und ja, ich war danach in der ersten Zeit erst mal „platt“, wenn ich nach Hause kam. War auch sehr viel Input, den ich verarbeiten musste. Aber nichts desto trotz fühle ich mich sauwohl und habe es noch keine Sekunde bereut, dass ich eine neue Berufung gefunden habe.  Ich habe es allerdings auch ganz hervorragend getroffen,  habe ein großartiges Team um mich herum, das mich sehr liebevoll in seine „Familie“ aufgenommen hat – Danke nochmal an dieser Stelle!

Tja, und außerdem bin ich Anfang  dieses Jahres wieder Tante geworden.

Und genau das war der Anlass, mich mit der Frage zu beschäftigen: willst Du überhaupt noch häkeln?

Oder anders gesagt: ich habe, im Hinblick auf die Geburt meines Neffen, panisch festgestellt, dass ich ihm ja noch gar nichts gehäkelt habe. Also Häkelnadel raus, Wolle gesucht und eine Anleitung für eine Mütze hervor gekramt, die ich schon immer machen wollte (nicht von mir sondern von Tanjas Handarbeiten, gefunden auf crazypatterns.net).

Und wie ich da so sitze und häkele hab ich in mich hinein gehorcht: macht es mir noch Spaß, möchte ich meine Arbeiten weiter führen, Klorollenhüte herstellen und verkaufen? WILL ich weiter Dinge entwerfen und Anleitungen dafür schreiben, damit vielleicht der ein oder andere auch Freude daran hat? Oder empfinde ich das als Druck, dem ich mich nicht aussetzen möchte, weil ich eigentlich nur noch das machen will, was mir Spaß macht?

JA, ICH WILL! Ich habe noch einige angefangene Arbeiten, zum Teil Entwürfe, zu denen ich Häkelanleitungen schreiben möchte, zum anderen einfach Dinge, die für mich sind, wie z.B. einen Mantel im Granny Squares-Style, den ich gerne im Juni auf einer Hochzeit tragen möchte.

Fazit: ich habe diese Pause gebraucht (und seien wir mal ehrlich: macht nicht jeder große Künstler zwischendurch mal eine kreative Pause? Rockstars und so… 😉 ) und mag jetzt wieder los legen.

Ihr Lieben, das war ein langer Text, mit dem ich mich weder entschuldigen, noch um Absolution bitten möchte. Ich wollte Euch einfach nur davon erzählen und teilhaben lassen.

Wie ist das bei Euch? Habt ihr auch manchmal solche „Schaffenskrisen“, oder „Lustlosigkeiten“, egal in welchem Bereich?

Ich würde mich über Kommentare freuen.

Passt auf Euch auf und tut, was Euch Spaß macht!

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